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In Afghanistan gibt es eine offizielle
Schulpflicht von sieben bis dreizehn Jahren. Die Einschulungsquote
liegt bei 28,8%. Die erste weltliche Schule nach westlichem Muster
wurde 1904 gegründet und stellte die Basis für ein modernes
Ausbildungswesen im ganzen Lande dar. Die Bildung wurde aber erst
dann forciert, als 1919 ein Kultusministerium geschaffen wurde.
Somit war der Weg frei geschaffen für neue Schulgründungen,
die zur wichtigsten Staatsaufgabe wurden. Für das neue Bildungswesen
wurden westliche Bücher übersetzt und in das Unterrichtssystem
eingeführt. Aus diesem Grund schuf man enge kulturelle Kontakte
zu europäischen Staaten. Deshalb war es nicht verwunderlich,
dass mehrere weiterführende Schulen wie "Highschools"
und "Lycées" nach englischem, französischem
und deutschem Muster gegründet wurden. 1921 wurde die erste
Mädchenschule errichtet. Hierdurch bekamen afghanische Frauen
die Möglichkeit, ihre Rolle in der modernen Gesellschaft als
soziale Emanzipation auszurufen. Unter König Amanullah Khan
wurde 1924 in Kabul die Nedjat-Oberrealschule gegründet, dessen
erste Fremdsprache Deutsch war und in der Oberstufe nur noch in
deutscher Sprache unterrichtet wurde. Die intensiven Beziehungen
mit europäischen Staaten machten es möglich, dass afghanische
Schüler unter anderem in der Türkei, in Deutschland und
in Frankreich ein weiterführendes Studium aufnehmen konnten.
Demnach waren nach dem zweiten Weltkrieg auch viele deutsche Lehrer
in Afghanistan tätig, die bei der Entwicklung für die
moderne Bildung mit beitrugen. Das afghanische Ausbildungssystem
organisiert sich wie folgt:
- die Dorfschule, von der 1.
bis zur 3. Klasse,
- die Grundschule, von der 1.
bis zur 6. Klasse,
- die Mittelschule, bzw. Mittelstufe,
von der 7. bis zur 9. Klasse,
- die Oberschule, bzw. Oberstufe,
von der 10. bis zur 12. Klasse.
Mit
dem Abschlusszeugnis der 12. Klasse und dem Bestehen einer Aufnahmeprüfung
wird der Zugang auf die Universität ermöglicht. Universitäten
gibt es in Kabul, Herat und Jalalabad. In Kabul wurde 1932 die erste
moderne afghanische Hochschul- institution gegründet. Zunächst
wurde eine medizinische Fakultät eingerichtet und später
folgte die juristische, naturwissenschaftliche und Literaturfakultät.
Über weitere Jahre hinweg wurde die Fakultät mit weiteren
Fakultätsgründungen erweitert, die bis 1972 aus 12 Fakultäten
bestand.
Für Frauen gab es an der Universität von Kabul in den
Jahren von Fakultät. Doch nach der Aufhebung des Schleierzwangs
wurde an der gesamten Universität die Koedukation eingeführt.
Diese Neuerung wurde jedoch von den Konservativen sehr stark kritisiert.
Deshalb wurde auch an der gesamten theologischen Fakultät diese
Neuerung nicht zugelassen. Aus diesem Grund sah man eine strikte
Trennung der Ausbildungsklassen der Frauen für erforderlich.
Die Analphabetenrate beträgt bei den Männern 52,8% und
bei den Frauen 85%.
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| (Foto
01 / 01) |
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Eingang
zur Universität Herat |
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