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Informationen

Trotz des trockenen Klimas und des gebirgigen Charakters liegt das größte Potential des Landes in der landwirtschaftlichen Nutzung. Ungefähr 80 Prozent der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Sie bestimmt weitestgehend die Wirtschaft des Landes, wenn die Produktivität der kleinen Betriebe auch sehr gering ist.
Nur sechs Prozent der Landesfläche sind landwirtschaftliche Nutzfläche; charakteristisch sind Bewässerungsfeldbau und extensiv genutzte Weiden. Die wichtigsten Agrarerzeugnisse sind Weizen, Mais, Reis, Gerste, Obst, Baumwolle und Zuckerrüben. Ebenso bedeutend ist die überwiegend nomadische Viehhaltung (Schafe, Ziegen), die einen Anteil von 25 Prozent an der gesamten Agrarproduktion hat. Große Mengen an Fleisch und Wolle werden für den heimischen Markt und den Export produziert. Das Fell der Karakulschafe, einer Rasse der Breitschwanzschafe, die im Norden Afghanistans in großer Zahl aufgezogen werden, ist hochgeschätzt. Der Viehbestand umfasst auch eine beträchtliche Zahl von Kamelen, Pferden, Eseln, Rindern, Ziegen und Geflügel.

Bergbau
Im Norden gibt es große Mengen an Erdgas. Das Land besitzt auch bedeutende Eisenerzvorkommen. In den Berggebieten wurden seit langer Zeit die Vorkommen von Gold, Silber, Kupfer, Beryll und Lapislazuli in kleinen Mengen abgebaut. Salz und Kohle wurde in zunehmenden Mengen gewonnen, und die Produktion deckt jetzt den Bedarf des Landes. Große Erdgasvorräte im Norden Afghanistans wurden mit sowjetischer Finanzhilfe erschlossen. Mitte der siebziger Jahre floss das erste Gas in die Sowjetunion. Weitere Mineralvorkommen wie Eisenerz, Schwefel, Chrom, Zink und Uran sind immer noch größtenteils unerschlossen. Ihre wirtschaftliche Nutzbarkeit wird aufgrund der geringen Mengen und der abseitigen Verkehrslage nur auf wenige Lagerstätten beschränkt bleiben.

Industrie
In den sechziger und siebziger Jahren nahmen die Produktionsmengen stark zu. 1965 konnte durch die Eröffnung einer großen Baumwollfabrik, die mit westdeutscher Hilfe gebaut worden war, die Textilproduktion mehr als verdoppelt werden. Weitere Fabriken, die vor allem in Kabul angesiedelt sind, stellen Textilien für den Export her. Dazu kommen Schuhfabriken, staatlich betriebene Zementwerke, ein Obst verarbeitender Betrieb, ein Betrieb zur Herstellung von Kohlebriketts und mehrere Baumwollfabriken. Der wichtigste Zweig der Heimarbeit ist die Deckenweberei.

Außenhandel
Der größte Teil des Außenhandels wird durch den Staat oder durch staatlich kontrollierte Monopole beherrscht. Die Handelsbilanz ist negativ. Hauptexportgüter sind Erdgas, Trockenobst und Nüsse, Baumwolle, Decken und Felle von Karakulschafen. Die führenden Abnehmer von afghanischen Erzeugnissen sind neben den Nachfolgestaaten der damaligen UdSSR, Pakistan, Großbritannien, Deutschland und Indien. Zu den Importgütern gehören Textilien, Baumaterialien, Erdöl, Maschinen, Eisenwaren, Tee und Zucker.

Währung und Bankwesen
Die Währungseinheit Afghanistans ist der Afghani, der aus 100 Puls besteht. Die Afghanische Zentralbank gibt sämtliche Geldscheine aus, vergibt Staatsanleihen und verleiht Geld an Städte und andere Banken. Sämtliche Privatbanken in Afghanistan wurden 1975 verstaatlicht.

Verkehr
Der Verkehr innerhalb Afghanistans wird durch das zerklüftete Gelände stark eingeschränkt. Das Land besitzt kein Eisenbahnnetz. Die schmalen, schnellfließenden Flüsse sind nicht schiffbar und werden hauptsächlich für den Holztransport genutzt. Das Land besitzt ein etwa 22 000 Kilometer umfassendes Straßennetz, das meist unbefestigt ist. Wichtige Landstraßen verbinden Kabul mit den Provinzhauptstädten. Der Zugang nach Pakistan ist durch den Khyber-Pass gewährleistet. Der schlechte Zustand der Straßen ist ein allgegenwärtiges Problem, auch verursacht durch häufig auftretende Unterspülungen. Das Land verfügt über 35 Flughäfen, davon zwei internationale in Kabul und Kandahar. Bakhtar Afghan Airlines ist die nationale und internationale Luftfahrtgesellschaft des Landes.

Energie
Ungefähr 60 Prozent des Stromes werden in Afghanistan von Wasserkraftwerken erzeugt. Der Großteil der restlichen Energie wird von Wärmekraftwerken erzeugt, die Kohle oder Erdölprodukte verheizen. Große Wasserkraftwerke liegen an den Flüssen Hilmend und Kabul.

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