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Herat stammt wahrscheinlich von
der antiken persischen Stadt Artacoana ab, die vor 500 v. Chr.
gegründet wurde. Die Stadt war möglicherweise auch
als Aria bekannt und war ein Zweig des als Seidenstraße
bekannten Handelsweges nach Sin-Kiang und China.
Sie wurde 330 v. Chr. von
Alexander dem Großen erobert. Die Stadt wurde neu erbaut
und die Zitadelle errichtet. Sie war Teil des Seleukidenreiches,
wurde aber bei verschiedenen Gelegenheiten von anderen erobert
und wurde 167 v. Chr. Teil des Partherreichs.
Um 484 wurde sie Teil des
Hephthaliten-Reichs ("Weiße Hunnen")
- Um 786-809 war sie Teil des
Abbasidenkalifats.
Später wurde es von Tahiriden beherrscht.
- Nach 867-869 wurde die Stadt
von den Saffariden kontrolliert.
Vor 1040 wurde sie von den
Ghaznaviden beherrscht und 1040 von den Seldschuken eingenommen.
1175 wurde Herat von den
Ghoriden erobert und kam dann zum Khawarazm-Reich(?). In dieser
Zeit wurde Herat ein wichtiges Zentrum der Herstellung von Metallwaren,
besonders Bronze, die oft mit kunstvollen Einlegearbeiten aus
wertvollen Metallen verziert wurden.
1221 wurde sie von den Mongolen
erobert und später durch Dschingis Khan zerstört.
- 1245 wird die Stadt an Kart
Maliks vergeben.
Um 1381 wird sie durch Timur
erneut zerstört. Unter seinem Sohn Schah Rukh wurde sie wieder
aufgebaut und wurde ein bedeutendes Zentrum des Timuridenreiches.
Herat bildete im 15. Jahrhundert
als Hauptstadt des Timuridenreiches das Zentrum einer reichen
persisch-türkisch geprägten Kultur, während die
staatliche und militärische Organisation türkisch-mongolischer
Tradition folgte. Am Herater Hof versammelten sich zahlreiche
Dichter, Gelehrte, Miniaturenmaler und andere Künstler. Die
Grabmoschee des Hasret Ali, dem Schwiegersohn des Propheten Mohammed
und ein Mausoleum des Abu Nasr Parsa in Mazar-i-Sharif gehören
zu den hervorragendsten Bauwerken dieser Zeit
Im späten 15. Jahrhundert
wurde unter Königin Gauhar Shad der Musalla-Komplex (mit
vielen Minaretten) errichtet.
1506 wurde die Stadt von
den Usbeken erobert und wenige Jahre später von Ismail Safawi.
Herat wurde Teil von Persien.
Zwischen 1718 und 1880 gab
es viele Schlachten bis Herat schließlich Teil eines vereinten
Afghanistan wurde.
Schon vor der sowjetischen
Invasion Afghanistans Ende 1979 gab es eine umfangreiche Präsenz
von sowjetischen Beratern mit ihren Familien in Herat. Vom 10.
bis zum 20. März meuterte die Armee in der Stadt unter Führung
von Ismail Khan und 350 Sowjetbürger wurden getötet.
Die Sowjets bombardierten die Stadt, was zu umfangreichen Zerstörungen
und zu tausenden Toten führte, und eroberten die Stadt mit
Panzern und Fallschirmjägern zurück.
Ismail Khan wurde Mujahedin-Kommandeur und nach dem Abzug der
Sowjets Gouverneur von Herat.
1988 wurde Saifullah Afzali,
Kommandeur der Jami'at in Herat umgebracht. (Nach dem sowjetischen
Abzug zeigte sich ein neuer Trend in der Widerstandsszene: Es
wurde eine große Zahl einflussreicher Kommandanten ermordet
und zudem unbeteiligte Zivilisten)
Am 30. 12. 1992 riefen die
Mujaheddin den "Islamischen Staat Afghanistan" ins Leben.
Isma'il Khan wurde Gouverneur von Herat, und die Provinz erlebte
eine dreijährige Periode relativer Properität, während
große Teile Afghanistans im Chaos lebten.
- Im September 1995 wurde Isma'il
Khans Armee von den Taliban besiegt.
Im November 2001 verloren
die Taliban Herat wieder an Isma'il Khan. Im selben Monat noch
wurden in Herat Fakten geschaffen. Isma'il Khan ließ von
seinen Soldaten einen Checkpoint an der Grenze zum Iran einrichten
und hatte damit die Zollkontrolle. Isma'il Khan brachte den Machtapparat
der Provinz daraufhin schnell unter seine Kontrolle und verschaffte
sich die Legitimation durch den Obersten Rat der Korangelehrten
in Herat. Das Abkommen von Bonn-Petersberg hat er nicht unterzeichnet,
dennoch ernannte ihn die neue Regierung in Kabul zum Provinzgouverneur.
Die Beziehungen allerdings zwischen der Regierung Karzai und Isma'il
Khan gestalteten sich von Anfang an schwierig.
Der Herrscher von Herat war und ist darauf bedacht, seine Eigenständigkeit
zu wahren. Er pflegt gute Beziehungen zum Iran und versorgt seine
Gefolgsleute mit einflussreichen Posten - auch gegen den Willen
der Zentralregierung. Insgesamt hat er sich, obwohl er die Regierung
in Kabul offiziell anerkennt, einen guten Teil der Regierungsmacht
angeeignet.
21. Juli 2002: Bei Shindand
brechen Kämpfe zwischen dem lokalen Kommandanten Amanullah
Khan Eshaqzai und Ismail Khan, Gouverneur von Herat, aus.
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