ägyptenlogoalgerienlogoafgahnistanlogosaudiarabiabanner   Araber 
Herat ("Lageberichte") www.wuestenfuchs.com
spacer
     pfeilschwarzLandeskunde
     pfeilschwarzDt.-Afg. Beziehungen
     pfeilschwarzDtsch. Vertretungen
     pfeilweissHERAT
     pfeilschwarzGrenzen
     pfeilschwarzRauschgift
     pfeilschwarzKartenmaterial
     pfeilschwarzReiseberichte
     pfeilschwarzNews
     pfeilschwarzGesundheitsrisiken
     pfeilschwarzSicherheitshinweise
     pfeilschwarzLinks
spacer
Lage in Herat
26.05.2004

           menuepfeilgrau Übersicht
           menuepfeilgrau 13.09.2004
           menuepfeilgrau 12.09.2004
           menuepfeilgrau 27.08.2004
           menuepfeilgrau 23.08.2004
           menuepfeilgrau 17.08.2004
           menuepfeilgrau 15.08.2004
           menuepfeilgrau 07.08.2004
           menuepfeilweiss 26.05.2004
           menuepfeilgrau 26.05.2004
           menuepfeilgrau 25.03.2004

spacer

       pfeilgoldInformationen
       pfeilgoldLebensbedingungen

       pfeilgoldOrganisationen
       pfeilgoldDtsch. Projekte

       pfeilgoldFotos

spacer

26.05.2004 (Alltag) » Michael

In den nächsten Tagen werden wir wohl an die Stromversorgung angeschlossen. Dann können endlich die Generatoren abgeschaltet werden und wir nachts ruhig schlafen.
Die Arbeit läuft immer noch auf Sparflamme. Wir haben jetzt die meisten Baumaterialien angeliefert bekommen, die für das diesjährige Hausbauprogramm gebraucht werden. Die Auslieferung hat noch nicht begonnen. Die meiste Arbeit verursacht im Moment noch der Kampf gegen die Bürofliegen. "Ja, also ... ehm ... ja ... Chef ... ich bräuchte da mal eben einige hundert Dollar". Das habe ich in den vergangenen Wochen recht oft gehört. "Meine Mutter ist krank. Ich muss sie nach Pakistan bringen" Kann stimmen. Muss aber nicht. Egal. Wer kann da NEIN sagen? Ich jedenfalls nicht. Also zahlst Du das Geld aus. Schuldschein mit Fingerabdruck. Wie üblich. Dürfte ich genau genommen alles nicht. Aber das ist hier eben Herat und da bin ich der Chef. Da bekommt auch Mohibullah seine 300 $ für seinen Hausbau. Was eigentlich auch nur ein Monatsgehalt ist. Ich schreibe "medical treatment" auf den Schuldschein. Besser so. Ich habe hier insgesamt die erschütternde Summe von 1100 $ an Vorschusszahlungen gegeben. Efrem in Kabul -Finanzhäuptling - wird vermutlich toben, aber man kann sich ja nun nicht wegen jedem Quatsch aufregen.
Da wir einen neuen Funker suchen, muß ich Einstellungsgespräche führen. Vor meinem Büro warten 3 oder 4 Leute auf ihr Gespräch. Mehr so nebenbei ordne ich an, daß den Leuten ein Tee gebracht wird. In diesem Land eigentlich die normalste Sache der Welt und ich wundere mich schon, daß dies erst auf Anweisung geschieht. Plötzlich zickt Fahima herum und erklärt, daß sie als Frau sich schämt, fremden Männern Tee zu bringen. In der Vergangenheit war das seltsamerweise nie ein Problem. Wir haben ja nicht das erste Mal Gäste im Büro. Als die Aktion vorüber ist, lasse ich Salim mal ein paar Takte mit der Lady reden. Das geht dann aber schief. Hätte ich mir allerdings auch vorher überlegen können. Für so etwas ist Salim zu jung und zu klein. In Salims Bude wird es laut. Fahima legt ihm die Karten und nicht umgekehrt. Etwas geprügelt erscheint Salim, der Vertreter dieser Obermachos, die die Frauen 3m hinter sich verschleiert in der Öffentlichkeit herumlaufen lassen, in meinem Büro und redet von den allgemeinen Problemen im Umgang mit Frauen. Ich kämpfe mit Lachanfällen. Da ich die Tücken des Umgangs mit weiblichen Angestellten in einem islamischen Land auch nicht detailliert durchschaue, entschließe ich mich zu der "Na dann eben nicht"-Methode. Ich hole mir meinen Tee selbst und bringe demonstrativ auch meinen Angestellten den Tee. Die gucken etwas irritiert. Solln'se. Fahima steht an der Wand und bohrt mit ihren Blicken Löcher in den Boden. Wenn die so weitermacht, werden wir noch den Teppich erneuern müssen. Ich verteile indessen Tee.
Manchmal verzweifele ich an der haarsträubenden Unfähigkeit der UN-Bürokraten und dann wieder an den Telefonleitungen. Seit ein paar Tagen haben wir pünktlich zum Mittag immer eine große Explosion. Die Armee sprengt Fundmunition. Die Fensterscheiben klirren, halten aber. Morgen muss ich mich ernsthaft um die Klimaanlage kümmern. Es sind kaum noch unter 35° im Zimmer. Wie auch immer -es ist der beste Job der Welt. Fühle mich sauwohl hier. Wenn jetzt noch mein Mädchen hier wäre....oder ich bei ihr... Na ja, soviel Glück verteilt der Herrgott nun auch nicht jeden Tag.

spacer
pfeilloHome
pfeilloKontakt
pfeilloGästebuch
pfeilloWebmaster
pfeilloDisclaimer
pfeilloLibanon
spacer
travellinks