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Wenn
man einen Auftrag in Afghanistan annimmt, dann schwirren doch so
einige Gedanken durch den Kopf ... Sicherheitslage, medizinische
Versorgung, was muß ich mitnehmen, wie sind die Kollegen,
welches Klima, was erwartet mich in diesem Land, von den Menschen
und und und ...
Hilfreich war bestimmt, dass ich schon einige Jahre im Ausland verbrachte
hatte.
Meine Anreise erfolgte über Dubai - Islamabad - Kabul. In Islamabad
schon die erste Mißstimmung. Entgegen sonstiger Verfahrensweise,
wurde das Gepäck beim UN-Eincheck inklusive des Handgebäcks
und meiner Videokamera gewogen; natürlich kam ich weit über
die 20 kg und pro kg Übergewicht waren 2 USD fällig.
Der erste Eindruck von Afghanistan ... Kabul. Zwei Tage verbrachte
ich dort; meine Ahnungen fühlten sich bestätigt. Überall
Hektik, Stress und eine aggressive Stimmung, dazu alles grau in
grau (vielleicht lag es auch an dem Dauerregen?).
Endlich der Weiterflug nach Herat. Aus der Luft erkannte man schon
einige Grünflächen, dazu blauer Himmel ... meine Laune
stieg zunehmend.
In Herat selbst ... sauberer, irgendwie ein anderer Menschenschlag
als in Kabul.
Ich war sehr überrascht - die Heratis betrachteten uns, hm...
ich würde mal sagen... neugierig, abwartend und auch offen.
Fotos oder Video gar kein Problem, im Gegenteil!
Auch die lokale Versorgung von Obst und Gemüse - im Überfluss
vorhanden.
Selbst Sport im Herater Stadion war ohne Gefahr möglich. Neben
"Rundendrehen", also Joggen, hatten wir auch eine Basketballteam
aus Foreigners und Einheimischen.
Wie schnell sich die
Stimmung drehen kann, bemerkten wir am 21. März 2004. Es gab
"innerbetriebliche" Schwierigkeiten, weil ein Kommandeur
von Ismael Kkan's (Gouverneur) Streitkräften, gegen "seinen
Chef" rebellierte. Bei dieser Aktion kam der Sohn von Ismael
Khan ums Leben und es kam zum Kampf zw. dem Gouverneur und diesem
Kommandanten. Es gab offiziell 18, inoffiziell jedoch mindestens
200 Tote. Viele Ausländer wurden tagsdarauf durch Maschinen
der US- und der britischen Armee evakuiert .
Nach 2 Tagen konnte man wieder von einer Waffenruhe sprechen, aber
die Stimmung in Herat war bis zu meiner Ausreise am 19. April nicht
mehr so, wie vor dem 21. März!
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