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Am
Abend des 28. April 1999 flogen wir (Hubi, Wolle und ich) von Algier
nach Djanet. Unser Guide holte uns vom Flughafen ab und wir schliefen
in seinem Haus. Am folgenden Vormittag musste unser Guide noch ein
paar Besorgungen erledigen (unter anderem auch einen Koch auftreiben)
und wir nutzen die Stunden für ein bisschen Sightseeing in Djanet
aus. Gegen Mittag fuhren wir zu fünft zu den Dünen des Erg d`Amer
wo wir unser Nachtlager aufschlugen, nicht ohne vorher die "Festigkeit
der Dünen" zu testen. Für Wolle war es die erste Nacht in der
Wüste und um sich auf die Tage und Nächte vorzubereiten, hatte er
sich "intensiv" mit dem Reiseführer "Richtig reisen
von DuMont - Algerische Sahara" beschäftigt. Unter anderem
erfuhr er in diesem Reiseführer, dass Skorpione den "Geruch
von Füßen lieben" und so mummelte er sich zur Nachtzeit in
kompletter Kleidung (inklusive Schuhe) in seinem Schlafsack. Doch
zu seinem Leidwesen war es eine außergewöhnliche warme Nacht und
so hörten wir in stündlichen Abständen, dass der Reißverschluß
seines Schlafsackes auf und zu ging. Am nächsten Morgen pellte er
sich - wie wir auch - nur mit seiner Unterhose bekleidet, aus seinem
Schlafsack. Am Morgen fuhren wir nach Assakaou. Unterwegs besichtigten
wir das Guelta von Bey-Bey, in deren Umgebung Felsgravuren und Felsmalereien
zu finden sind. Auf dem Weg konnten wir immer wieder die eigenartigsten
Erosionsformen der Felsen bestaunen; pilzförmige Brocken, Ausbuchten
und Überhängen die an riesige Schweizer Käse erinnern und an "große
Elefantenbuckel". Nach einer weiteren Nacht ("ohne
Komplikationen") unternahmen wir einen Ausflug zu den Felsbildern
in der Nähe des alten Flugplatzes von Djanet und zu vorislamischen
Rundgräbern (Eines von ihnen, wegen ihrer charakteristischen
Form auch "Schlüssellochgrab" genannt). Am Nachmittag
fuhren wir zurück nach Djanet um die Formalitäten für den Aufstieg
des Tassilli - Hochplateaus zu erledigen und auch einen Guide, speziell
für das Plateau, aufzunehmen. Danach ging es wieder in die Wüste
und wir schlugen unser Nachtlager unterhalb des Tassili n`Ajjar
auf. Dort bereitete der Koch auf einem Lagerfeuer ein Festschmaus
vor. Ein Teig wurde frisch zubereitet, das Holz vom Lagerfeuer weggeräumt
und ein Loch (dort wo das Feuer war) gegraben. Dann wurde der Teig
dort hineingelegt, zugeschüttet und wieder das brennende Holz auf
die Stelle geschoben. Zwischenzeitlich bereitete er einen Eintopf
mit Hammelfleisch vor. Nach ca. 1 Std. wurde das nun fertige Fladenbrot
aus dem Loch rausgeholt, in kleine Stücke aufgeteilt und dem Eintopf
hinzugegeben - köstlich! Beim Lagerfeuer erfuhren wir, das
unser Guide 10 Jahre zuvor auch den Schriftsteller "Erich von
Däniken" auf das Plateau (Ausführliches zum Plateau und
zu den Felsmalereien siehe Tassili)
geführt hatte. Am nächsten Morgen, gegen 06.30 h brachen wir und
unser neuer Führer zum Plateau auf. Jeder von uns hatte neben seiner
Foto- und Videoausrüstung in seinem Rucksack auch 4 Liter Wasser
und ausreichend Verpflegung dabei. Nach ca. 3 Stunden ständigen
bergauf erreichten wir endlich das Plateau und nach wiederum 30
Minuten Fußweg sahen wir die ersten Felsmalereien. Nach vier Stunden
und einigen "Metern" auf dem Plateau brachen wir den Rückweg
an. Zwischenzeitlich wurde es unerträglich heiß und unsere Wasservorräte
gingen zu Neige. Was nun kam - ich bin bestimmt nicht unsportlich
- jeder Fußtritt wurde zur Qual! Jeder Schritt musste aufgrund des
losen Gerölls mit Bedacht gewählt werden, denn ein falscher Tritt
hätte fatale Folgen gehabt. Bei Halbzeit waren unsere Wasservorräte
aufgebraucht und so wurde der Abstieg noch beschwerlicher! Nach
gut drei Stunden hatten wir es geschafft und wurden auch von unserem
eigentlichen Guide und dem Koch mit viel Wasser, Cola und Obst erwartet.
Nach einer zwanzigminütigen Regeneration ging es zurück nach Djanet.
Dort gibt es öffentliche "Duschereien" und wir konnten
uns für unseren Rückflug nach Algier "fein" machen. Unser
Guide hatte uns zum Abschluss der 3-Tagestour zu sich nach Hause
eingeladen und ein Festmahl herrichten lassen, mit Kuskus, Eintopf
und Kamelfleisch! Nach dem Essen mussten wir (leider) zurück nach
Algier und auf dem Weg zum Flughafen richteten er und der Koch nochmals
und ein letztes Mal das herrliche Wüsten-Tee-Ritual aus (man muß
mindestens drei Tassen Tee trinken; der erste Becher Tee
so bitter wie das Leben, der Zweite so süß wie die Liebe und
der Dritte so mysteriös wie der Tod).
Hinweis:
Festes
Schuhwerk und artgerechte Kleidung sind unbedingt erforderlich!
Daneben natürlich auch an Sonnenschutzmittel denken!
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