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Infos (entnommen
aus dem Buch "Wüsten Meer" von Hagen Schmid)
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Vor über 250 Millionen Jahren
bestand die Oberfläche unseres Planeten aus einer großen
Landmasse mit dem Namen Pangaea und einem riesigen Ozean,
genannt Panthalassa. Im Laufe der erdgeschichtlichen Entwicklung
brach Pangaea in zwei Superkontinente: der nördliche Teil Laurasia
und den südlichen Gondwanaland. Laurasia unterteilte
sich danach in die nordamerikanischen und eurasischen Kontinente
und Grönland. Aus Gondwanaland entstanden der südamerikanische,
antarktische, australische, afrikanische und indischer Kontinent.
Über einen Zeitraum von Millionen von Jahren schoben sich diese
Kontinente zu ihren jetzigen Positionen. Dabei türmten sich
riesige Gebirgsketten auf, Ozeane verschwanden und neue wurden geformt.
So war der Vorläufer des heutigen Mittelmeeres das einst riesige
Tethys Meer.
Ungefähr vor 70 Millionen Jahren brach die Arabische Halbinsel
von dem amerikanischen Kontinent los und schob sich nach Osten.
Zwischen beiden Landmassen entstand mit der Zeit ein heute etwa
2800 Meter tiefer und ca. 2000 km langer Graben.
Vor über 5 Millionen Jahren öffnete sich dieser Graben
am südlichen Ende so weit und tief, daß Wasser aus dem
Golf von Aden und dem indischen Ozean in diese neu entstandene Vertiefung
flutete. Es war die Geburtsstunde eines neuen Meeres mit einer Oberfläche
von 440 000 qkm, welches wir heute als das Rote Meer kennen.
Die Arabische Halbinsel wandert noch immer in östlicher Richtung
und entfernt sich pro Jahr um wenige Zentimeter von dem afrikanischen
Kontinent.
Eingeschlossen zwischen größtenteils menschenleeren,
trockenen und heißen Küstengebieten entstand das nördlichste
Korallenmeer. Beeinflußt von Lufttemperaturen, welche in den
langen Sommermonaten oft über 40° C liegen, auch
mangels größeren Niederschlages sowie dem Fehlen von
bedeutenden Süßwasserzuflüssen, auch das wärmste
unserer Meere. In Tiefen von 300 - 400 Meter werden hier noch Wassertemperaturen
von 21 - 22° C gemessen. Verglichen mit anderen Ozeanen,
wo in diesen Tiefen eine Temperatur unter 10° C liegt,
eine bemerkenswerte Tatsache.
Eine begrenzte Verbindung des Roten Meeres von nur 29 km Breite
und einer teilweise 130 Metern Tiefe mit dem Golf von Aden und dem
Indischen Ozean, das sogenannte "Bab al Mandab" (Tor des
Jammerns), beschränkt den Wasseraustausch und ist Grund für
einen erhöhten Salzgehalt des Wassers. Dieser liegt im südlichen
Teil bei 37 und im nördlichen bei 41, verglichen mit
35 im Golf von Aden.
Die Flora und Fauna des Meeres paßte sich im Laufe der zeit
diesen extremen Umwelteinflüssen an; es entwickelte sich eine
einzigartige Unterwasserwelt, wovon 15 - 20 % der Fische als endemisch
(nur im Roten Meer vorkommend) eingestuft werden.
Ja, selbst die Verbreitung einiger Riffbewohner unterscheidet sich.
So ist im südlichen Teil die Unterwasserwelt von dem planktonreicheren
Wasser des Golfes von Aden und Indischem Ozean geprägt. Der
mittlere Teil, welcher auf Grund seiner geographischen Lage fast
keine Gezeitenänderung hat, und der nördliche Teil, wo
in den Wintermonaten die Temperaturen merklich absinken, beeinflussen
das gesamte Ökosystem.
Im Süden ist der Fischreichtum im offenen Meer bedeutend höher.
Aus diesem Grunde befinden sich die größeren kommerziellen
Fischereiaktivitäten zwischen den Farasan- und Dhalakhinseln,
wo im offenen Wasser mit Schleppnetzen gearbeitet werden kann. Dagegen
ist der Wuchs der Korallen im mittleren und nördlichen Teil
ausgeprägter (54 Genera mit 177 Arten) und der Fischreichtum
konzentriert sich in der Nähe der Riffe.
Das Rote Meer ist bekannt für seine gute Unterwassersicht.
Eingeschlossen von kargen wüstenähnlichen Regionen mit
nur wenig Städten und keinen Flüssen an den Küsten,
welche Schwebeteile einbringen, kann die Sicht oft bis 40 Meter
betragen. Dies wiederum läßt das Sonnenlicht in große
Tiefen vordringen und ermöglicht es Steinkorallen auch noch
in über 30 Metern Tiefe zu wachsen. Korallen sind kleine Polypen,
und ein einzelner Korallenblock besteht aus Tausenden dieser Lebewesen.
Ihre Fähigkeit, mit Hilfe des Sonnenlichts und einer symbiotischen
Alge Kalk aus dem Wasser zu binden um ihre Ummantelung zu bauen
und dabei auch lebenswichtigen Sauerstoff zu produzieren, macht
sie zu bewundernswerten Baumeistern. Diese sind in der Lage, die
größten Korallenriffe zu bauen, welche sich manchmal
bis zu Hunderten von Kilometern an den Küsten entlangziehen.
Solche Riffe beherbergen die reichsten Ökosysteme die wir kennen.
All das würde nicht existieren, gäbe es nicht den kleinen
Korallenpolypen.
Der Kontrast zwischen dem unglaublich reichen Leben an den Korallenriffen
des Roten Meeres und den kargen Küstengebieten scheint auf
den ersten Blick sehr groß zu sein. Aber auch diese so leer
wirkenden Regionen und die dahinter liegenden Landstriche beherbergen
einen Reichtum an Pflanzen und Tieren.
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